Das dreizehnte Kapitel

Nähe und Distanz zwischen dem Schriftsteller und der Theologin

 

„Bei einem Festessen sitzt ein Mann am Tisch einer ihm unbekannten Frau und kann den Blick nicht von ihr lösen. Wenig später schreibt er ihr, und zwar so, dass sie antworten muss. Es kommt zu einem Briefwechsel, der von Mal zu Mal dringlicher, intensiver wird. Beide, der Schriftsteller und die Theologin, beteuern immer wieder, dass sie glücklich verheiratet sind. Nur weil alles so aussichtslos ist, darf es sein. Die Briefe bleiben Hängebrücken über einem Abgrund namens Wirklichkeit.“

Soweit der Klappentext. Walsers Roman „Das dreizehnte Kapitel“ handelt von einer Liebe, die ebenso unmöglich wie tief ist. Eine Liebe zwischen zwei Menschen, die beide gebunden sind und sich nur ein einziges Mal über den Weg gelaufen sind. Abgesehen von einer flüchtigen späteren Begegnung. Vor allen Dingen ist es die Geschichte einer Liebe über die Distanz, eine Liebe, die allein in Schriftform gelebt wird. „Unsere Buchstabenketten sind Hängebrücken über einem Abgrund namens Wirklichkeit“, heißt es in einem der Briefe.

Als der Ehemann der Theologin Maja schwer erkrankt, bittet sie den Schriftsteller Basil, nicht mehr auf ihre Nachrichten zu antworten und so verstummt er im zweiten Teil des Romans und bleibt doch existent als Empfänger, als stiller Zeuge.

Ein Buch, das wie eine Satire beginnt, aber dann doch irgendwie mitreisst.

 

 

  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 3 (7. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3498073824
  • 19,95 EUR

 

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