Märchenhafte Kriegserzählung

Saša Stanišić: Wie der Soldat das Grammofon reparierte

Stanišić wurde 1978 im bosnischen Višegrad geboren. In einer Zeit der Pionieruniformen, Tito-Portraits und vor allem des friedlichen Zusammenlebens von Bosniaken, Serben, Kroaten, Slowenen und Montenegrinern in einem gemeinsamen Jugoslawien. Er war 14 Jahre alt, als er mit seinen Eltern, einer Bosniakin und einem Serben, vor dem Bürgerkrieg nach Deutschland floh.

2006 erschien sein Debütroman „Wie der Soldat das Grammofon reparierte“.  Ein Roman über den Krieg. Über den Krieg aus der Sicht eines Kindes. Autobiografisch und doch voller Fiktion. Voller grotesker Erzählungen und merkwürdiger Figuren. Der Ich-Erzähler Aleksander wächst wie Stanišić in Višegrad auf und flieht nach Deutschland. Allerdings nach Essen und nicht wie der Autor selbst nach Heidelberg. Der Krieg selbst bleibt in der Erzählung des Jungen etwas Diffuses, es legt sich ein märchenhafter Schleier über die Ereignisse.

Großes Erzähltalent. Aber auch scheinbare Überforderung mit der Form. Trotzdem lesenswert!

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  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (2. Juni 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442737621
  • 9,99 EUR

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