Ralph Giordano ist tot

Nachruf auf einen Umstrittenen

Über viele Jahre war Giordano einer der prägendensten Intellektuellen Deutschlands. Heute ist er 91-jährig in seiner Wahlheimat Köln gestorben.

Ralph Giordano wurde am 20. März 1923 als Sohn einer jüdischen Mutter in Hamburg geboren. Seinen italienischen Nachnamen verdankt er seinem Großvater, der einst aus Sizilien nach Deutschland auswanderte. Den Holocaust überlebte Giordano versteckt in einem Keller. Trotz dieser prägenden Erfahrung entschied er sich, nach Kriegsende in Deutschland zu bleiben, auch um sich der Aufarbeitung der NS-Zeit zu widmen.

In seiner Schaffenszeit veröffentlichte der Schriftsteller 23 Bücher. Viele davon waren Beststeller, etwa die autobiographische Familiensaga „Die Bertinis“. Viel beachtet wurde auch seine Autobiographie „Erinnerungen eines Davongekommenen“. In jüngerer Zeit beschieden Giordano inbesondere streitbare Äußerungen zum Islam, dem Kölner Moscheebau und der aus seiner gescheiterten Integration Aufmerksamkeit.

Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die Giordano erhielt, zählen der Hanns-Fallada-Preis (1988), der Hermann-Sinsheimer-Preis für Literatur und Publizistik (2001) und der Preis für Zivilcourage (2007). Seinen literarischen Nachlass dem Deutschen Literaturarchiv Marbach.

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