Zum Tod von Gabriel García Márquez

„La vida no es la que uno vivió, sino la que uno recuerda, y cómo la recuerda para contarla.“

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Gabriel García Márquez war der bedeutendste lateinamerikanische Schriftsteller. 1982 erhielt er für sein Werk den Literaturnobelpreis. Márquez – in seiner Heimat Kolumbien liebevoll Gabo genannt – war auch für mich über fast zwei Jahrzehnte ein literarischer Begleiter. Gestern ist er in Mexico Stadt im Alter von 87 Jahren gestorben.

Gabo kam 1927 in Aracataca – einem Dorf in der kolumbianischen Karibik – zur Welt. Aracataca, das ist dieses magische Dorf Macondo, von dessen Geschichte der Roman „Hundert Jahre Einsamkeit“ erzählt, mit dem ihm 1967 der literarische Durchbruch gelang.

García Márquez war immer auch politischer Schriftsteller – teilweise kontrovers diskutiert. Nicht nur aufgrund seiner langjährigen Freundschaft zu Fidel Castro. Er war davon überzeugt, dass es einen lateinamerikanischen Weg zu einer Form des Sozialismus gebe. „Ich bin der Überzeugung“, schrieb er einmal, „dass wir unsere eigenen Lösungen finden müssen, in die, soweit es möglich ist, Lösungen eingehen, die andere Kontinente auf dem langen, holprigen Weg ihrer Geschichte gefunden haben, ohne dass wir jedoch versuchen, diese mechanisch zu kopieren, wie wir es bisher gemacht haben. Dabei kommt dann unweigerlich eine eigene Form des Sozialismus heraus.“

Auch über den kürzlich verstorbenen venezolanischen Präsidenten Chávez schrieb er, nachdem er einen längeren Flug mit ihm verbracht hatte und überschrieb sein Portrait mit dem Titel Die zwei Gesichter des Hugo Chávez. „Der eine, dem sein unverwüstliches Glück die Chance präsentiert hatte, sein Land zu retten; der andere ein Traumtänzer, der sehr wohl einmal als ein weiterer Despot in die Geschichte eingehen könnte.“ In den 1990er und 2000er Jahren kämpfte Márquez in seiner Heimat gegen Kriminalität und Drogenhandel und vermittelt zwischen Guerilla und der Regierung.

Die Erzählungen und Romane von Gabo sind geprägt von einer ausgesprochenen Detailverliebtheit und magischen Elementen. Der Leser wird von ihm mit in eine Welt genommen, in der sich Realität und Phantastisches in traumgleicher Atmosphäre verbinden. 2002 erschien der erste von drei geplanten Memoire-Bänden Leben, um davon zu erzählen. Das Buch endet in den 1950er Jahren und es wird nun kein Folgeband mehr erscheinen. Somit bleibt uns nur, die Erinnerungen Márquez‘ aus dessen farbenfrohen Erzählungen herauszufiltern, indem wir versuchen zu trennen, was Traum ist und was Realität.


10 Kommentare zu “Zum Tod von Gabriel García Márquez

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  5. Leben, um davon zu erzählen – ich habe es verschlungen. Es ist so schade, dass er nicht zu Ende erzählen konnte – einer auch meiner literarischen Helden, keines seiner Bücher blieb bei mir ungelesen.

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